Iserlohn nicht aufzuhalten
83:112 verloren und noch mehr schlechte Nachrichten

Die schlechten Nachrichten reißen beim TV Werne Basketball einfach nicht ab: Für Giedrius Lopeta wird das mit 83:112 (19:34, 24:21, 17:27, 23:30) verlorene Regionalliga-Spiel bei Noma Iserlohn wohl das letzte im Team von Ivan Rosic gewesen sein.

Am Donnerstag erlitt der Vater des gerade erst verpflichteten Litauers einen Herzinfarkt. Wahrscheinlich fliegt Lopeta bereits am Montag nach Vilnius.

„Er ist naturgemäß gar nicht bei der Sache und bei der Familie jetzt besser aufgehoben. Das tut mir wirklich sehr Leid“, sagte Rosic über den 23-jährigen Spielmacher, der auf dem besten Wege war, die 4-wöchige Probezeit in Werne zu bestehen.

Das Spiel in Iserlohn war für die Werner nicht zu gewinnen. Vier Langzeit-Verletzte auf der TV-Bank und Lopeta mit den Gedanken bei seinem Vater – da war schon mit dem Hochball die Partie im Grunde entschieden. „Wir hatten keinen Rhythmus von Anfang an“, meinte Rosic, und: „Iserlohn hat verdient gewonnen, unabhängig von unserer Situation.“

Drei Spieler hatten im Werner Team Normalform: Center Marko Samanovic, einmal mehr mit 30 Punkten überragend, Jan König, der den Aufbau übernahm, sowie Yannick Brüggemann, der zuvor noch eine Halbzeit in der Reserve gespielt hatte. „Aber ich erlaube keine Kritik. Die, die da sind, geben absolut alles“, stellte sich Rosic sofort auch vor die am Samstag schwächeren Spieler.

Im Verlauf der Partie habe er sich an den Abzählreim der zehn kleinen Negerlein erinnert gefühlt, meinte der Werner Trainer, denn sein Team wurde weiter geschwächt: Kapitän Daniel Freienstein hatte nach einem harten Schlag auf die Brust große Atemprobleme und war bei seinen weiteren Einsätzen „nur noch physisch anwesend“ (Rosic), Lukas Mersch war nach einem Schlag in die Hüfte gehandicapt, und Ersatz-Spielmacher König musste fünf Minuten vor dem Ende nach seinem fünften Foul das Feld räumen.

Unter den gegebenen Umständen klingt der Satz „Wir brauchen Spieler“ schon wie ein Hilferuf des Werner Trainers. Rosic: „Wir alle blicken in den November, wenn Henke, Nolte und Bienkowski wiederkommen, aber was passiert bis dahin?“ An eine geordnete Trainingsarbeit ist nicht zu denken – schließlich fallen ja auch Heptner und nun Lopeta aus.

„Du brauchst in der Regionalliga nicht antreten, wenn du im Training nur vier Spieler zur Verfügung hast“, sagt Rosic, der aber eine noch größere Sorge hat: „Ich kann die Leute, die jetzt noch da sind, nicht über Gebühr strapazieren. Das erhöht das Verletzungsrisiko und die Gefahr, dass sie dann ausfallen, wenn die anderen zurückkommen.“

So wird Rosic in dieser Woche von vorne beginnen und sich auf Spielersuche begeben. Schon bis zum Heimspiel gegen den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten FC Schalke 04 am kommenden Samstag will er Vollzug melden.

TV Werne: Meinert 6, Mersch, Lopeta 14, König 14, Zajic 13, Freienstein, Langos, Samanovic 30, Brüggemann 6 ▪ gu

Kategorie:
1. Herren (1RLH)

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Veröffentlicht

am 09.10.2011 um 20:14 Uhr.

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