Die freiwillige Selbstbeschränkung der Liga
Ein Agreement, das keines ist

Drei Deutsche sollten permanent auf dem Feld stehen – das sah das im Rahmen der Ausländerregelung getroffene Abkommen für die Regionalliga West vor. Gebrochen wurde die freiwillige Selbstverpflichtung schon am ersten Spieltag von Aufsteiger Recklinghausen. Dort übrigens, wo mit Georg Kleine ein Angestellter des Westdeutschen Basketball-Verbandes als Trainer tätig ist.

Auch am Samstag in der Ballspielhalle war das Thema allgegenwärtig – zumal Neuling Velbert mit einer Multikulti-Truppe den Aufstieg geschafft hatte. „Ein Gespräch mit Kenneth Pfüller vor dem Spiel hat Klarheit gebracht. Velbert hat erklärt, dass es sich nicht an die Regel halten wird“, sagte TV-Trainer Rosic nach der Partie.

Und so ließ auch Rosic zwischenzeitlich die seit gestern Abend gesprengte Achse Curtis-Trivunovic-Woodfork auf das Feld. „Das Thema ist für mich jetzt erledigt. Wir wollen uns jetzt voll und ganz auf die Saison konzentrieren“, sagte Ivan Rosic später schon ein wenig gereizt.

Während Recklinghausen und Velbert in den einschlägigen Internet-Foren für den Bruch der Vereinbarung überraschend moderat gerügt werden, gehen die Debattierer mit dem TV Werne weiter hart ins gericht. Das Ausscheren der beiden Klubs sei für Werne jetzt das ideale Alibi, heißt es, um mit weiteren Ausländern die Jugendförderung im deutschen Basketball zu torpedieren.

„Schwachsinn“, sagt Ivan Rosic, und: Er habe nun einmal nicht die Voraussetzungen wie der UBC Münster. Dort sitzt sein schärfster Kritiker in Person von Trainer Götz Rohdewald – nach Meinung von Insidern ausgestattet mit einem 6-stelligen Etat sowie (mit Universität und Stadtwerken) zwei Elitepartnern an seiner Seite.

„Bei uns gehen die Leute nach dem Abitur weg, bei ihm kommen sie an“, nennt Rosic einen gravierenden Unterschied. Außerdem, fragt er: „Ich hatte heute Trivunovic, Curtis und Woodfork, er hat mit Fürst, Fährrolfes und Knoch gestandene Leute aus der Pro A – wo ist der Unterschied für die jungen Spieler?“ Möglicherweise zwei: Münsters Zugänge dürften mehr kosten, und entgegen Rohdewalds persönlicher Schätzung bekommen die Youngster derzeit in Werne rein statistisch auch mehr Einsatzzeiten – trotz der drei Ausländer im Team.

Die Lösung in Werne, sagt Rosic, habe einen weiteren großen Vorteil: „Unsere Zugänge bringen sich ein.“ Cleve Woodforks Nachfolger übernimmt von ihm die U14, Trivunovic trainiert die U16 und der Kanadier Curtis die zweite Mannschaft. Dessen Freundin Amanda Anderson – sie spielt in Bielefeld in der 2. Bundesliga – trainiert zudem die U12. Auch für seine Übungsarbeit, sagt Rosic, habe das nur Vorteile: „Da ist viel mehr Druck im Training. Schon da lernen unsere jungen Spieler immer wieder dazu.“

Kategorie:
1. Herren (1RLH)

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Veröffentlicht

am 29.09.2010 um 10:37 Uhr.

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Ausländerregelung Rosic Selbstbeschränkung

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