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Ein Verein unter dem Dach des
TV Werne von 1903 e. V. |
Henke: "Das ist eine Unverschämtheit"
Boykottdrohungen gegen Werne Er echauffiert sich darüber, dass die Begrenzung der ausländischen Spieler auf zwei Akteure pro Mannschaft gekippt wurde. Nun dürfen unbegrenzt viele Ausländer einsetzt werden – auch US-Amerikaner. Im Münsteraner Online-Portal Echo wird Rohdewald wie folgt zitiert: „Der (...) Vorstoß von Werne ist die Fortsetzung der Spielchen, die der Klub seit Jahren betreibt. Ich finde, dass die Liga sehr wohl eine Möglichkeit hat, dagegen vorzugehen. Wer sich so krass gegen die Gemeinschaft stellt, den kann man in letzter Konsequenz auch boykottieren.“
Jürgen Henke, Chef der Werner Basketballer, ist darüber fassungslos: „Das ist eine Unverschämtheit und Rufmord, was er betreibt.“ Für Rohdewald wäre etwa eine freiwillige Selbstbeschränkung und eine kollektive Absprache zum Nichtantreten in Werne „die letzte aller möglichen Maßnahmen. Und ich halte sie nicht für abwegig. Wir müssen irgendwann mal sagen: Es reicht jetzt, wir wehren uns.“ Jürgen Henkes Reaktion darauf: "Das ist ein öffentlicher Aufruf zum Rechtsbruch." Und Henke ergänzt: "Wir haben von einer rechtlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht – und Recht bekommen." Lothar Drewniok aus Düren, Vizepräsident für den Spielbetrieb beim Westdeutschen Basketball-Verband, weiß von den Boykott-Drohungen gegen den TV Werne: "Mit Sorge habe ich (...) einige E-Mails zu Kenntnis nehmen müssen, in denen von Boykott und ‚Druck ausüben‘ die Rede ist. Ich habe Verständnis um die Sorgen um den grenzenlosen Einsatz von verpflichteten Ausländern und den Folgen für die Vereine, die auf eigenen Nachwuchs setzen.“ Drewniok warnt aber: „Diese Sorgen und Ängste dürfen aber nicht dazu führen, dass ein Verein, der eine solche freiwillige Übereinkunft nicht unterschreiben will oder sich nicht daran halten will, boykottiert werden soll. Ein solcher Boykott wird nichts erreichen außer, dass über unsere Sportart noch negativer berichtet wird. Die Spielleitung wird sich in jedem Fall an die gültigen Bestimmungen und Ordnungen halten." Denn neben dem UBC-Coach Rohdewald äußert sich etwa auch Fredi Rissmann, Vorsitzender vom neuen Werner Liga-Rivalen BG Hagen ähnlich drastisch und fordert, gegen den TV vorzugehen. UBC-Coach Rohdewald plädiert für ein Treffen aller UBC-Ligakollegen. "Es muss etwas passieren, und zwar schnell." Er wirft dem TV Werne vor, die 1. Regionalliga als Gemeinschaft aufgemischt zu haben: "Das war in der 2. Regionalliga schon so und ist jetzt nach deren Aufstieg wieder so. Das passiert nur durch Werne und nur in der Liga, in der Werne gerade spielt – niemand sonst deutschlandweit hat oder hatte ein Problem mit der alten Regelung. Es gab nie ein solches Vorgehen. Er schießt quer – weil es ihm egal ist, was alle anderen in der Gemeinschaft denken und für richtig erachten." Auch dem widerspricht Jürgen Henke. Als im September 2009 für die 2. Regionalliga die Regelung das Aufheben der Ausländerbeschränkung in einem Normenkontrollverfahren durch den Westdeutschen Basketball-Verband aufgehoben wurde, geschah dies auf Antrag der SG Aachen. "Da hat der TV Werne nichts gemacht", sagt der TV-Basketball-Chef Henke. In seiner Argumentation für eine Ausländerbeschränkung habe UBC-Trainer Rohdewald "nie gegen den Einsatz von Spielern votiert, die in Deutschland geboren sind oder seit Jahren schon hier leben. Es geht einzig und allein gegen das beliebige Ein- und Verkaufen von US-Spielern. Dass die zum Teil für wenige Wochen verpflichtet und dann wieder weg geschickt werden, ist ihnen gegenüber unverschämt und schadet unserem Ansinnen, gute Spieler durch die Praxis in die Pflicht zu nehmen." Falls wirklich in der kommenden Saison kein Team gegen den TV Werne antritt, würde dieser die 1. Regionalliga verlassen – als Aufsteiger, da alle Partien als gewonnen gewertet werden müssen. Quelle: Westfälischer AnzeigerTeilen Verwandte Meldungen |