Ein Verein unter dem Dach des
TV Werne von 1903 e. V.
Meisterlich gegen "Vizehausen"
Spielbericht zum Topspiel
Citybasket Recklinghausen bleibt ihn dieser Saison ohne Titel. Dafür aber muss sich der Basketball-Zweitregionalligist seit dem mit 71:86 (16:19, 13:17, 23:18, 30:17) verlorenen Spitzenspiel beim TV Werne mit einem weiteren, ungeliebten Spitznamen schmücken.
Nach dem „Pokalsieger der Herzen“ heißt der Klub jetzt auch noch „Vizehausen“ - so zumindest titulierten Wernes Fans den Kontrahenten. Der allerdings bekam im lautstarken Jubel der TV-Spieler und Fans diese Schmähung gar nicht mehr mit. Zu tief saß der Frust nach der erneuten Niederlage gegen den Meisterschaftsrivalen. Jeder verpackte ihn auf seine Weise. Trainer Georg Kleine saß gedankenverloren und abgeschottet von einigen Freunden auf seinen Stuhl, Kapitän und Spielmacher Mirko Bregulla versetzte einer Webebande einen Tritt, um dann schnell die Halle zu verlassen und Robert Franklin versuchte unter einem Handtuch dem Trubel und der Enttäuschung zu entfliehen. Tief, saß der Frust.

Doch noch viel tiefer saß die Erkenntnis, dass sie selber es nicht geschafft hatten, in den entscheidenden Momenten den Basketball zu spielen, der sie bis ins WBV-Pokalfinale gebracht und bis zu diesem vorletzten Spieltag der Liga nur eine Saisonniederlage beschert hatte.

In den wichtigen Momenten dieses packenden und schnellen Spitzenspiels sollte die Karte, die die Recklinghäuser in dieser Saison so oft erfolgreich spielten, diesmal als Trumpf gegen sie eingesetzt werden. Im Klartext – die Trumpfkarte „Bankspieler“ stach bei Citybasket nicht. Dagegen konnte sich TV-Coach Ivan Rosic diesmal auf seine zweite Reihe verlassen. Denn die spielten gut mit und punkteten gut mit als sich die beiden US-Amerikaner Trevor Wittwer und Brensley Haywood früh mit drei Fouls auf der Bank wiederfanden.

Zwar dominierte der Tabellenzweite dank eines grandios aufspielenden Chamseddine Korbi und der routiniert punktenden Mirko Bregulla und Whitney Harris die ersten beiden Viertel. Doch einen beruhigenden Vorsprung erspielte sich die Kleine-Fünf trotz des personellen Handicaps der Gastgebers nicht.

Einfach, weil weder Patrick Fischer, noch Tobias Mizgalski und auch nicht Christian Gohrke oder Sebastiano Germana diesmal das nicht machten, was sie in den bisherigen Spielen diesen Saison so zuverlässig abgeliefert hatten – Punkte nämlich.

Ganze zwei Zähler steuerte die Bank des Vizemeisters in diesem Spiel durch Johannes Hülsmann bei. Und da zudem mit Tobias Mizgalski auch ein Spieler aus der ersten Fünf ohne Punkte blieb, kippte die Partie mit fortlaufender Spieldauer immer mehr in Richtung TV Werne. Denn beim Meister auf Aufsteiger scorten neben Haywood, Wittwer und dem diesmal überragenden Tramaine Aaron auch noch die Bankspieler und steuerten insgesamt satte 17 Punkte zum Sieg ihres Teams bei.

Und genau das machte am Ende den entscheidenden Unterschied zwischen Jubelarie und Frustbewältigung und zwischen „Meisterwerne“ und „Vizehausen“ aus.

TV Werne: Stern, Meinert (3/1 Dreier), Haywood (7), Wittwer (17), Manske, Aaron (32/7), Heptner (6/2), König (4), Niehüser (3), Langos (4), Freienstein (7/1), Langhoff (3)

Citybasket Recklinghausen: Fischer, Hülsmann (2), Gohrke, Mizgalski, Harris (13), Mattes, Franklin (15/1), Reckinger, Korbi (28/5), Germana, Bregulla (14/1), Osinloye
Quelle: Vest Sport


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Informationen

Datum: 26.04.2010
Kategorie: 1. Herren (2RL2H)