Im Interview mit der WAZ
Über den Tellerrand: Ivan Rosic über seine "perfekte Saison"

Tv-Trainer Ivan Rosic.
Heute ist der 37-Jährige in dieser Liga Trainer. Seit vier Jahren beim TV Werne. Und auch diesmal kann der frühere Regisseur des GV Waltrop in die 1. Regionalliga aufsteigen. Ungeschlagen.
20 Spiele, 20 Siege – so lautet die Bilanz vor dem Top-Spiel gegen den Zweiten Citybasket Recklinghausen, der nur einmal verlor und Werne mit einem Sieg mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze ablösen könnte. Folgen für die Werner Rückkehr in die 1. Regionalliga dürfte das nicht haben. Denn man darf davon ausgehen, dass neben dem Meister weitere Teams nach oben dürfen. Werne und Recklinghausen sind in jedem Fall schon besser als der Zweite der Parallelgruppe.
„Das aber ist alles nur Theorie. Jetzt, wo wir schon soweit sind, möchten wir auch Meister werden“, sagt Ivan Rosic, der seine Mannschaft vor der Saison hinter Recklinghausen, Lüdenscheid und Haspe gesehen hatte. Auch das ist eine Parallele zur Saison 2003/2004. „Im Hinspiel hatten die Insider alle auf Recklinghausen gesetzt, unser 87:81-Sieg war schon eine Überraschung“, so Rosic: „Auch am Samstag gehen wieder viele von einem Recklinghäuser Sieg aus. Wir haben großen Respekt, aber wir glauben ganz fest an uns.“
Ivan Rosic hat unabhängig vom Saisonausgang schon für seine fünfte Saison in Folge verlängert und möchte den TV Werne auf Dauer in der 1. Regionalliga etablieren. „Das ist das Maximum für uns, alles andere wäre Utopie.“ Großen Rückhalt bietet ihm der Sportliche Leiter Jens König (früher war er sein Trainer), mit dem er im zweiten Jahr auf der Kippe stand. Doch Rosic und König überstanden damals den Spieler-Aufstand. Der Vortand ließ sich nicht erspressen, gab acht Spielern den Laufpass und nahm eine weitere Saison im unteren Tabellendrittel in Kauf. Rosic ging aufgrund des Personalmangels noch einmal aufs Parkett, ehe er dann endgültig das Team von heute formen konnte.
Als Spieler hat er auch im Vest für Aufsehen gesorgt. Zwei Jahre lang war er beim GV Waltrop aktiv, stieg auf Anhieb in die 1. Regionalliga auf. Mit Spielern wie Damon Sean Black und Rocky Ferrante. Als die US-Boys aus dem Winter-Urlaub nicht zurückkamen, war die Souveränität des GV weg. Als aber Sanel Ibrahimoglu nach lang anhaltenden Visa-Problemen kurz vor dem Saisonende doch noch kam und das entscheidende Spiel in Hagen nach doppelter Verlängerung gewonnen wurde, war der Meistertitel perfekt. Waltrop stand vor seiner größten Zeit in der Vereinsgeschichte.
Auch heute hat Ivan Rosic noch Verbindungen zum damaligen GV Waltrop. Im eigenen Verein. Thiemo Heptner, ein GV-Urgestein, spielt in der ersten Werner Fünf. Tim Stern kam auch zum TV. Julian Langhoff ebenfalls. Wie auch der frühere GV-Abteilungsleiter Andreas Heptner, der sich seit dieser Saison als Kassenwart im Vorstand einbringt.
Die „Stars“ der Mannschaft sind zwar die drei US-Amerikaner Trevor Wittver, Trameine Aaron und Brensley Haywood, doch Rosic sieht den Schlüssel zum Erfolg in der kompakten Teamleistung und vor allem in der bärenstarken Defense. Mit der wollen die Werner am Samstag erneut Citybasket zur Verzweiflung treiben.
Die Halle dürfte aus allen Nähten platzen. „Wir haben unseren Zuschauerschnitt auf 350 angehoben. Samstag werden sicher noch mehr kommen. Wir haben es geschafft, den Basketball in Werne wieder nach vorne zu bringen.“ Und das in nur wenigen Jahren.
Das schönste April-Geschenk bereitete ihm seine Frau Sanja, die am 5. April Töchterchen Nina zur Welt brachte. Exakt fünf Jahre nach der Geburt von Sohn Marco, der schon fleißig mit dem Basketball übt. Ivan Rosic ist gebürtiger Serbe, kam 1992 nach Deutschland (Gelsenkirchen) und hat seit 2001 einen deutschen Pass. Mit seinem ersten Wechsel nach Werne im Jahr 2000 fand er als Einkaufsleiter dort auch eine berufliche Heimat. Seitdem ist er standhaft – war zwischenzeitlich nur die zwei Jahre in Waltrop.
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Veröffentlichung
am 23.04.2010 um 14:55 Uhr
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